Derzeit bestimmt die Olympabewerbung 2024 der Städte Berlin und Hamburg die Sportpresse in Deutschland. Das größte Sportereignis der Welt in Deutschland zu haben ist natürlich erstrebenswert, so lange Kosten und die Nachnutzung auch in einem vertretbarem Verhältnis sind. Der AFVSH schwankt hier zwischen der Zustimmung zu Hamburg, da auch Schleswig-Holstein direkt profitieren würde und der Zustimmung zu Berlin, die in der Vergangenheit und der Gegenwart für Football und Cheerleading die engagiertere Sportstadt war.
Auf den ersten Blick kann man bei einer Ablehnung zu Hamburg vielleicht als "Nestbeschmutzer" abgetan werden, da Kiel und Lübeck sich berechtigte Hoffnungen machen, bei einem Zuschlag Wettbewerbe ausrichten zu dürfen. Auch wäre der Weg zu Olympia für alle Schleswig- Holsteiner kürzer und das Erlebnis Olympia vermutlich intensiver.
Mit Blick auf den American Football hat sich Hamburg in den letzten Jahren aber nicht als Sportstadt gezeigt. Sportplätze wurden unbenutzbar durch nicht nachvollziehbare Lärmschutzauflagen und die Nutzung der großen Sportanlagen war für Vereine stehts nicht finanzierbar. Viele haben das Hin und Her bei der Platzsuche der Blue Devils in Erinnerung. Zwar war auch hier der Verein sicher auch Verantwortlich, eine Förderung durch die Stadt war aber kaum erkennbar. Platzprobleme haben viele Hamburger Footballvereine, und besser wird es in Zukunft wohl auch nicht werden.
Berlin hingegen war gegenüber dem American Football stets sehr entgegenkommend. Vertreter der Stadt waren bei Veranstaltungen immer anwesend, sogar Empfänge fanden statt. Nicht umsonst findet der German Bowl seit Jahren in Berlin statt, auch die kommende Weltmeisterschaft im Cheerleading wurde nur möglich, weil Berlin die Sportstadt auch lebt.
Bleibt natürlich auch der touristische Wert der Städte zu vergleichen. Auch hier hat Berlin die Nase vorn. Besucher aus dem Ausland können in Zeiten ohne Wettbewerbe mehr Sightseeing genießen als in Hamburg und am Ende ist auch das Hotelpreisniveau in Berlin deutlich unter dem Hamburgs.
Das Präsidium des DOSB wird nun entscheiden, wer sich bewerben darf. Der große Spitzenverband der Turner und andere haben sich bereits für Berlin ausgesprochen. American Football wird in diesem Kontext natürlich gar nicht erst gefragt, denn wir sind keine olympische Sportart und haben als Randsportart sportpolitisch kein Gewicht.


