Die Mitgliedsvereine des American Football Verband Schleswig-Holstein e.V. haben auf dem ordentlichen Verbandstag beschlossen, Cheerleading im Namen aufzunehmen. Nach Eintragung der entsprechenden Änderung trägt der Verband nun den Namen "American Football und Cheerleading Verband Schleswig-Holstein e.V.", kurz AFCVSH.
Schleswig-Holstein gehört zu den letzten Football- Landesfachverbänden, die Cheerleading im Namen aufnehmen. Dazu gab es bisher auch keine Veranlassung, da die Mitgliedsvereine 2005 die Gründung eines Cheerleadingverbandes für Schleswig-Holstein beschlossen hatten.
Diese Entwicklung hat sich aktuell jedoch überholt, da Cheerleading seit einigen Jahren in einem starken Wandekl steht der die Entwicklung von Cheerleading als Sport starl beeinträchtigt. Neben der unabhängigen und ehrenamtlich geprägten Struktur des AFCVSH und seinen Schwesterverbänden in den anderen Bundesländern hat sich eine kommerzielle Struktur im Gewand gemeinnütziger Vereine gebildet, die unter der Führung eines US- Konzerns Cheerleading weltweit vereinnahmen möchte.
Die aktuellen Mitglieder des Cheerleadingverbandes haben sich daher dafür entschlossen, die Uhr wieder zurück zu drehen und wieder in einem Verband beide Sportarten zu fördern. So, wie es von 1990 bis 2005 bereits erfolgreich der Fall war.
Cheerleading wird in Schleswig-Holstein ganz überwiegend von weiblichen Sportlerinnen betrieben die dazu mehrheitlich minderjährig sind. Dies erschwert die Suche nach ehrenamtlichem Personal stark, da mit der Schule häufig auch die Cheerleadingkarriere beendet wird. Das Ehrenamt soll und muss aber weiter die tragende Säule für den Cheerleadingsport sein, um eine eigenständige Entwicklung in Deutschland sicherzustellen.
"Wir haben mit unserer neuen Satzung und neuen Ordnungen dafür Sorge getragen, dass Cheerleading im Verband so selbstständig arbeiten kann wie es rechtlich nur möglich ist" erklärt Jan Bublitz, seit 2002 Präsident des Verbandes und 2005 Gründungsmitglied des nun auslaufenden Cheerleadingverbandes. "Football und Cheerleading haben schon im Mutterland der beiden Sportarten eine lange gemeinsame Geschichte, die wollen wir in Schleswig-Holstein nun gemeinsam weiterschreiben".
Für die zukünftige Entwicklung des Cheerleadingsports will der AFCVSH einen Schwerpunkt auf die Ausbildung der Trainer legen. Noch in diesem Jahr soll in kooperation mit dem Hamburger Schwesterverband die bundesweit erste Convention für Cheerleading- Trainer stattfinden. Diese ist auch für nicht organisierte Trainer offen.
Die Zielrichtung des AFCVSH ist klar: Die Entwicklung zu einer Hallensportart und dem ausschließlichen Fokus auf Meisterschaften wird der Vielfalt des Cheerleadingsports und seiner Geschichte nicht gerecht. Cheerleader gehören auch an die Sideline um dort das zu tun, was im Wortsinn des Sports ist: Lead to cheer.
Der AFCVSH wird alles dafür tun, dass dies mit gut ausgebildeten Trainern passieren wird, die exklusiv beim AFCVSH und seinen Schwesterverbänden eine vom DOSB anerkannte Fachlizenz für Cheerleading erwerben können.
Der American Football und Cheerleading Verband Schleswig-Holstein ist Mitglied im American Football Verband Deutschland (AFVD) und seiner zugehörigen Cheerleader Vereinigung Deutschland (CVD). Erst im letzten Jahr war der AFVD Gastgeber der Weltmeisterschaft im Cheerleading in Berlin. Teilnehmernationen waren u.a. Japan, die als beste Cheerleadernation der Welt gelten und dem Mutterland USA den Rang abgelaufen haben. Über die International Federation of Cheerleading (IFC) und der World Dance Sports Federation (WDSF) ist Cheerleading im AFCVSH exklusiv an einen vom olympischem Kommitee (IOC) anerkannten Verband angebunden.


