Liebe Aktive, Trainer, Vereinsvorstände!
Das Jahr 2018 war in vielerlei Hinsicht ereignisreich. Es bot einige wichtige positive und auch negative Ereignisse. Ein grundsätzlich positives Ereignis war, dass wir zu Jahresbeginn mit 5% ein erneutes deutliches Wachstum verzeichnen konnten. Ein Verdienst unserer Mitgliedsvereine, die ihre Angebote stetig ausbauen und erweitern. Dieser Trend wird sich, da bin ich sicher, auch 2019 fortsetzen. Dazu später mehr.
Noch vor der Footballsaison fand in 2018 unsere Cheerleadingmeisterschaft statt. Wir waren sehr glücklich darüber, dass wir diesen Tag auch Dank der Zusammenarbeit mit dem AFCV Hamburg gestalten konnten. Auf unserer Seite war Amber Heinemann diejenige, die als Leiterin der Organisation alle Fäden in der Hand hielt. Die Meisterschaft fand in einer ausverkauften Hansehalle statt. Mein Dank gilt hier dem Team um Amber, hier sei auch explizit auf Annika Schwieger vom AFCV Hamburg hingewiesen. Der ASC Lübeck hat an diesem Tag und auch schon am Tag davor mit dem Aufbau der Halle und der Versorgung aller Zuschauer ebenfalls eine tolle Leistung gezeigt.
Die Off- Season ist für uns als Verband auch immer Lehrgangszeit. Die Trainerlehrgänge wurden wie in den Jahren davor maßgeblich durch Jörn Redler organisiert, im Cheerleading war Silke Dreyer verantwortlich. Dank diesen beiden konnten wir zu Jahresbeginn wieder zahlreiche neue lizenzierte Trainerinnen und Trainer im Land begrüßen. Mein Dank gilt Jörn und Silke sowie den zahlreichen Dozenten.
Die Lehrgänge im Schiedsrichterbereich wurden wie in den letzten Jahren auch wie geplant umgesetzt. Verantwortlich war als Schiedsrichterlehrwart Kevin Witt. Auch an ihn und seinen Dozenten ein Danke von mir.
Die zahlreichen Lehrgänge zeigen jedoch auch Schattenseiten. Ich war selbst 10 Jahre Schiedsrichter und hatte über viele Jahre eine Trainer C- Lizenz als Footballcoach. Daher kann ich nachvollziehen, dass diese Aufgaben sehr zeitintensiv sind. Ich finde es allerdings sehr schade, dass immer noch zu viele inbesondere im Trainerbereich keine Lehrgänge oder Fortbildungen besuchen. Meine sogar schon zitierte Meinung ist, dass ein Lehrgang noch keinen guten Coach macht. Jeder gute Coach aber macht einen Lehrgang.
Hätten wir mehr und besser ausgebildete Trainer in Schleswig- Holstein, wir könnten so viel mehr erreichen. Ich weiß allerdings auch, wie schwierig es ist neue Trainer oder Schiedsrichter zu finden. Ob jeder Verein hier seine Möglichkeiten nutzt, kann ich persönlich nicht einschätzen.
Mit Beginn der Footballsaison verschwinden wir als Verband aus dem Fokus. Jeder Verein ist mit dem Spielbetrieb ausgelastet, das ist auch ganz normal. Die Tabellen sind zwischenzeitlich ja weitreichend bekannt, daher muss ich nicht weiter auf die Ergebnisse eingehen. Mit einer Ausnahme: Mein Glückwunsch geht nach Lübeck, denn der Wiederaufstieg in die Jugendbundesliga ist eine tolle Leistung!
Mit dem nahenden Ende der Saison kamen auch wieder andere Projekte auf den Plan. Das zu Jahresbeginn eigentlich schon wieder beendete Projekt Landesjugendauswahl konnte aufgrund einiger glücklicher Umstände doch starten. Dies lag nicht zuletzt an Sören Hauff, der als sehr engagierter Headcoach der Landesjugendauswahl sehr viel auf die Beine stellen konnte. Ebenfalls möchte ich an dieser Stelle Florian Lehrmann erwähnen, dem wir die kostenfreie Nutzung des Vereinsgeländes des Seals Football e.V. zu verdanken haben. Ebenso war er durch seine Bewerbung für die Ausrichtung des Jugendländerturniers ein maßgeblicher Grund für die Durchführung der Auswahl.
Die Landesjugendauswahl um die Schleswig-Holstein Sharks zeigte im Turnier gegen Hessen und der SG Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen eine starke Leistung und hat den Turniersieg sehr knapp verpasst. Wir haben tolle Jugendspieler im Land die eine Förderung verdient haben.
Bedauerlicherweise ist es derzeit nicht klar, wie es mit der Landesjugendauswahl weitergehen wird. Unsere Mitgliedsvereine haben im Dezember klar gemacht, dass eine volle Finanzierung für sie nicht leistbar ist. Keine neue Erkenntniss, denn aus diesem Grund hatten wir die Auswahl eingestellt. Hier liegt nun die Hoffnung auf Sören Hauff und unserem Jugendobmann Henrik Hoffmann. Sie haben sich zur Aufgabe gemacht, alternative Finanzierungsquellen ausfindig zu machen.
Bei unseren Mitgliedsvereinen hat sich viel getan. Wir haben zwei neue Vereine begrüßen können, bedauerlicherweise werden wir aber wohl zwei alte Vereine verlieren.
Zwei neue Mitglieder haben wir im Kreis Nordfriesland bekommen. SV Frisia 03 Risum- Lindholm wird 2019 am Spielbetrieb in der Landesliga teilnehmen. Das Team hat schon jetzt eine tolle Entwicklung gezeigt und ein Cheerleaderteam hat sich dort auch schon gebildet.
Ebenfalls neu dabei ist der TSV Husum. Allerdings haben sich hier Entwicklungen ergeben die mich ein wenig verunsichern. Denn leider konnte die Stadt Husum mit dem TSV keine Lösung für eine zufriedenstellende Trainingssituation finden. Das Footballteam wird daher nach Bredstedt wechseln. Die Cheerleader bleiben allerdings in Husum. Ich finde es persönlich schade, dass Husum kein Footballteam beheimaten kann. Ich bin verunsichert, weil Bredstedt genau zwischen Husum und Risum- Lindholm liegt. Da ist es fraglich, ob man sich nicht gegenseitig die Spieler wegnimmt.
Zwei alte Vereine zeigen bedauerlicherweise Auflösungstendenzen. Der Post SV Heide hat für 2019 keine Mannschaften gemeldet. Der langjährige Spartenleiter will nicht mehr weitermachen. Heide war nie ein Verein mit vielen Trainern und Betreuern, die Jugendarbeit war immer schwierig. Es bleibt nur die Hoffnung, dass dort jemand Neues die Sache in die Hand nimmt um neu zu gestalten.
Der zweite Verein ist Seals Football. Nach meinen Erinnerungen war ein Gründungsgrund, dass der ASC Lübeck keine zweite Herrenmannschaft wollte. Das ist inzwischen Geschichte, was die Verantwortlichen bei den Seals jedoch aufgebaut haben ist bemerkenswert. Ein so kleiner Verein mit einem eigenen Kunstrasenplatz und eigenen Gebäuden ist eine Seltenheit. Die Geschehnisse der letzten Monate sind ja hinlänglich bekannt. Es deutet aktuell alles darauf hin, dass der Verein im Laufe des Jahres mit dem ASC Lübeck fusionieren wird. Es wurde zumindest kein Team für den Spielbetrieb angemeldet.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass zwei Vereine in großen Städten durchaus Sinn machen können. Spieler, die in einem Vereine nicht mehr spielen möchten haben so eine Alternative. Die Städte müssen nur wirklich groß genug sein, sonst wird ein Verein irgendwann auf der Strecke bleiben. Für Lübeck scheinen die Ostholstein Vikings nach ihrem Umzug nach Scharbeutz diese Rolle wahrgenommen zu haben. Auch der Verein in Schwarzenbek beschneidet das Einzugsgebiet für Lübeck. Das alles gilt aber nur für den Herrenbereich, für die Jugendarbeit brauchen wir zur Abdeckung noch viele weitere Vereine.
Die Jugendarbeit ist auch ein Thema das mich persönlich umtreibt. Die Landesjugendauswahl hat gezeigt, welche Bandbreite an Qualität wir in Schlewig- Holstein haben. In Zeiten, in denen sich jeder Jugendspieler über YouTube und andere Quellen unendlich viel Wissen aneignen können, müssen Trainer einfach höhere Anforderungen erfüllen als noch vor wenigen Jahren. Hier schließt sich mein vorgenannter Kreis. Die besten Trainer gehören in die Jugend, wollen aber ins Fernsehen und somit in die Herrenmannschaft.
Ich möchte diesen Rückblick auch nutzen um ein wenig über den Tellerrand zu schauen. Ohne den AFCV Schleswig- Holstein loben zu wollen, haben wir seit Jahren ein kontinuierliches Angebot an Aus- und Weiterbildung. Dort wo es angenommen wird, steigen die Mitgliederzahlen und die Angebote verbreitern sich. Wir können eben nur anbieten, das machen wir aber besser als manch anderer Landesverband. Warum das so ist, kann man u.a. daran erkennen, wie lange die bei uns verantwortlichen Personen dabei sind. Denn Erfahrung ist ein nicht zu unterschätzender Wert.
Unser Bundesverband hat in den letzten Jahren viele positive Anreize gesetzt. Nach mehreren Anläufen scheint es unseren Bundesligisten immer mehr zu gelingen, unseren Sport in den Medien zu präsentieren. Die meisten Bundesligisten bieten ihre Spiele inzwischen im Stream an, die Zweitligisten werden folgen. Auch des GFL- Magazin war ein toller Erfolg und muss sich hinsichtlich der Einschaltquoten nicht hinter Formaten wie RanNFL verstecken. Der AFVD hat hierfür die Grundlage geschaffen und Vereine auch in der Umsetzung unterstützt.
Weniger positiv war jedoch die internationale Situation. Wir als Footballdeutschland sind größer als alle anderen Verbände in Europa zusammen. Das weckt Begehrlichkeiten, aber auch Neid und Missgunst. Viele nationalen Verbände haben die Größe eines kleinen oder mittleren Landesverbandes in Deutschland, leider fehlt den dort Handelnden oft auch der Blick aufs Ganze.
Der AFVD hat, getragen von seinen Landesverbänden, in den letzten Jahren auf das falsche Pferd gesetzt. Das war vorher nicht absehbar und hat gezeigt, dass auch im Kleinen der Court of Arbitration for Sport (CAS) gerne nicht nachvollziehbare Urteile fällt. Die gesamten Umstände haben dazu geführt, dass unser Weltverband IFAF in den letzten Jahren kaum handlungsfähig war. Wenn gehandelt wurde, dann nur dank Unterstützung aus Deutschland.
Wie es mit der IFAF weitergeht kann kaum jemand sagen. Vor vielen Jahren hat der deutsche Generalsekretär der IFAF maßgeblich zur Aufnahme der IFAF in die GAISF beigetragen, diesen Mitgliedsstatus setzen die aktuell Handelnden derzeit durch die Absage der WM leichtfertig aufs Spiel.
Ich halte es daher aus meiner persönlichen Sicht für angezeigt, sich erst einmal aus alle internationalen Geschehnissen herauszuhalten. Allerdings frage ich mich, was ein WM-, insbesondere aber ein EM- Titel überhaupt wert ist wenn er ohne Beteiligung Deutschlands gewonnen wurde? Vielleicht sollte man hier von einem Titel zweiter Klasse sprechen?
Für den Football in Deutschland und eben auch in Schleswig- Holstein sehe ich weiter positiv in die Zukunft. Vieles wird davon abhängen, ob es uns und unseren Vereinen gelingt die richtigen Menschen zum Mitmachen zu motivieren.
Im Cheerleading sehe ich die Situation etwas anders. Auch hier wachsen wir als Verband, keine Frage. Das ist aber dem guten Team zu verdanken das Amber Heinemann um sich versammeln konnte. In vielen anderen Bundesländern sieht es ganz anders aus. Ich persönlich baue darauf, durch ein gutes Angebot zu überzeugen. Ein Angebot, das bezahlbar ist und Sinn macht.
Ich wünsche allen ein erfolgreiches Jahr 2019!
Jan Bublitz


